Schafschur am Gesäßhof – wenn die Herde sich neu kennenlernt
Ein heißer Sommertag, ein Scherer, eine ganze Herde in neuer Silhouette – und ein paar Stunden, bis sich alle wieder erkennen.
Ein heißer Sommertag, ein Scherer, eine ganze Herde in neuer Silhouette – und ein paar Stunden, bis sich alle wieder erkennen.

Es war einer dieser Tage, an denen selbst der Schatten schwitzt. Für die Schafe hieß das: höchste Zeit, das dicke Winterkleid loszuwerden. Der Scherer kam am Morgen, das Werkzeug hing bereit – und Tier für Tier durfte den Sommer endlich richtig spüren.
Was uns jedes Jahr wieder erstaunt: die Schur ist nicht das Ende der Geschichte, sondern erst der Anfang. Denn ohne ihre gewohnten Wollmäntel erkennen sich die Tiere plötzlich nicht mehr. Aus vertrauten Herdenmitgliedern werden für ein paar Stunden Fremde.
Es gibt Rempler, Kopfstöße, kleine Kämpfe ums Revier. Alle schauen sich misstrauisch an, als wäre über Nacht eine ganz neue Herde eingezogen. Und dann, langsam, fällt der Groschen: Ach, du bist das. Nach ein paar Stunden ist wieder Ruhe – und alle liegen zusammen im Schatten, deutlich schlanker und sichtbar erleichtert.
Für uns am Hof ist die Schur einer dieser Momente, in denen sichtbar wird, wie eng Natur, Tier und Handwerk hier zusammengehören. Wer zur richtigen Zeit zu Besuch ist, kann live dabei sein – und die Herde danach auf der Weide begrüßen.




Der Gesäßhof liegt in einem stillen Tal im Odenwald. Übernachten, Werkstatt nutzen, Herde besuchen.